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Donnerstag, 6. Oktober 2011

Ist da jemand? Anyone out there?

Lieber Leser,

am ersten August ist Sanne zu ihrer großen Radtour aufgebrochen und hat darüber auf To and Through Ireland gebloggt. Am ersten August habe ich angefangen, hier täglich zu bloggen, damit sie was zu lesen hat.

Ab morgen ist Sanne wieder zurück. Das heißt ich kann aufhören zu bloggen. Falls du also dieses Blog mehr oder weniger regelmäßig liest und möchtest, daß es weitergeht, dann melde dich, schreib einen Kommentar.


Mich interessiert:
  • Wie liest du? Webseite, RSS-Feed, …?
  • Was gefällt dir?
  • Was interessiert dich?
  • Wie bist du auf dieses Blog gestoßen? Wieso hast du angefangen ihn zu lesen?
  • Wieso liest du hier?
  • Wer bist du?
Ich werde sicher nicht mehr schaffen täglich zu bloggen, aber ich habe noch einiges zu erzählen, auch noch ein paar Comic-Ideen usw.
Dear Reader,

Sanne started her bicycle-tour To and Through Ireland at August 1. I started blogging daily at August 1. so she had something to read.

Sanne will be back tomorrow, I can stop now. So if you are reading this blog more or less regularly and you want it to go on, give me a comment.


I am interested in:
  • How are you reading? Webpage, RSS-Feed, …?
  • What do you like?
  • What's interesting for you?
  • How did you find this blog? Why did you start reading it?
  • Why are you reading it?
  • Who are you?
I will not manage to have a daily post, but I still have things to tell, ideas for comics etc.

Montag, 26. September 2011

Neffe und Nichte

Neffe schaut noch ein wenig skeptisch

Wie schon erwähnt, ich bin nochmal Onkel geworden.

Donnerstag, 22. September 2011

Onkel Klaus


Bin gerade nochmal Onkel geworden. Onkel sein ist toll.
Ok, Nichte und Neffe wohnen etwas weit entfernt, dafür darf ich bei jedem Besuch erneut erstaunt sein, was sich schon wieder alles getan hat.

»Mensch Kleiner, bist du aber groß geworden!«
»Du nicht, Onkel, nur dicker!«

Montag, 19. September 2011

Arrrrr!

Punktlandung: Fuffzehn Mann auf des toten Manns Kiste
Heute ist internationaler Talk Like A Pirate Day. Wir sollten also schauen, wie Piraten so reden:

 

Schön zu sehen, wie die Piraten den Journalisten das Internet erklären.


Samstag, 17. September 2011

Entern und Ändern

»Aber was machen die Piraten, wenn sie von etwas keine Ahnung haben? Richtig, sie fragen einen Experten.«

Morgen werden die Piraten vielleicht in Berlin ins Abgeordnetenhaus und damit in das erste deutsche Landesparlament einziehen. Find ich gut.

Ich will die Piraten in Parlamenten sehen.

Dabei ist gar nicht so wichtig, daß ich inhaltlich mit ihnen in vielen (wenn auch bei weitem nicht allen) Punkten übereinstimme. Zumindest im Moment stehen die Piraten noch für eine neue Form von Politik. Da sind noch Leute, die an Demokratie glauben, die Gestalten und verändern wollen, und die dabei die demokratische Grundidee ernst nehmen und nicht das, was die etablierten Parteien inzwischen daraus gemacht haben. Ich erlebe Piraten als pragmatische Techniker, und nicht als Technokraten.
Ich weiß nicht, wie lange sie das durchhalten, wie schnell »das System« verbiegt, aber ich hoffe, daß sie dabei »das System« auch ein wenig verbiegen.
»[...] halte ich die Piraten-Partei für eine grundsätzlich liberale Bürgerbewegung, die als Korrektiv dort mitwirken kann, wo die alten Bekannten immer mehr unter sich bleiben. In welche Richtung sich die Piraten tatsächlich bewegen werden und ob sie wirklich für positive Veränderung und frischen Wind sorgen können – das werde ich nur herausfinden, wenn ihr bisheriges Engagement auch Früchte trägt.«
Natürlich haben sie keine Ahnung, natürlich haben sie kein Vollprogramm. Aber sie haben ein Gefühl dafür, wo es hingehen soll, sie wollen Welt gestalten. Und sie vertreten dabei ein Weltbild, ein Menschenbild, das mir liegt. Nicht in allem Experte sein, sondern zu allem Experten fragen, und ich meine Experten, nicht Lobbyisten.
[Nachtrag:]
»Was die Etablierten und die Kommentatoren bisher nicht begriffen haben ist, dass die Wähler der Piraten nicht das Programm, sondern ein Betriebsystem kaufen.«

Und schließlich kann ich nur unterstützen, wenn eine Partei Nuhrs weise Erkenntnis zumindest berücksichtigen will:
 Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten


Henry meint: »Mein Name ist Guybrush Threepwood und ich möchte Pirat werden!«

Donnerstag, 15. September 2011

Wikimedia Commons


Auf der Suche nach Bildmaterial, unter anderem auch als Vorlagen für diesen Blog, nutze ich sehr gerne Wikimedia Commons. Viel Schönes und Interessantes zu vielen Themenbereichen, und das auch noch unter freien Lizenzen.

Gelegentliches Stöbern im Fundus kann ich daher nur empfehlen.

Daher heute einfach ein paar Beispiele zum Thema Japan.


Mittwoch, 14. September 2011

Bundeshofnarr

Sitzung des Kabinetts mit Bundeshofnarr (hinten, 2. von links)

Die in dieser Petition verlangte Einführung des Amtes eines Bundeshofnarren kann ich nur unterstützen. Meine Verbesserungsvorschläge habe ich daselbst in einem Kommentar dargelegt.

Samstag, 3. September 2011

Einfach ein schöner Tag.

Tigerenten vor
Janosch-Bettwäsche.
Klaus, 2011
Er begann mit einem sehr erfolgreichen Flohmarktbesuch, der nicht nur vier neue (Brett- und Karten-)Spiele, ein Buch, zwei Tigerenten, interessante Gespräche, ein Mini-Leatherman-Imitat und eine Janosch-Bettwäsche einbrachte.
Ich war zudem verrückt genug, einen ganz wunderbaren Kinderschreibtisch für meinen Neffen zu erstehen, den dieser erst in einigen Jahren nutzen wird. Dafür ist er höhenverstellbar und aus Massivholz und bunt und hat eine kippbare Tischplatte. Außerdem hat meine Schwester genug Platz.

Auf dem Rückweg gab es noch zwei DVDs aus der Grabbelkiste, nachdem ich sowieso in den Laden mußte, um nach dem Verbleib meine Küchenmaschine zu fahnden, die ich viele Wochen zuvor daselbst aufgrund defekter Teile abgeliefert hatte. Sie hatten die Adressen verwechselt und mich darob nicht benachrichtigen können, daß das gute Stück schon einen ganzen Monat auf mich wartete. Die Firma Bosch hat mir anstandslos alle kaputten Teile ausgetauscht, obwohl der Händler vorab bezweifelte, daß die Schäden unter Garantie fielen. Guter Service! Da nenne ich gerne mal einen Firmennamen.

Nachdem ich gewisse Schwierigkeiten gesehen hatte, den Schreibtisch mit dem Fahrrad nach Hause zu transportieren — gegangen wäre es sicher, der Heimweg hätte jedoch merklich mehr Zeit in Anspruch genommen — brachte der freundliche Flohmarkthändler selbigen ein paar Stunden später kostenfrei vorbei. Danke schön!

Das Wetter war noch immer wunderschön, also auf in den Hain. Ausgerüstet mit Skizzenbuch und Mandoline verließ ich die Wohnung, um mir von der Nachbarin zwei Häuser weiter erstmal die Urlaube und Hochzeiten der näheren Verwandt- und Bekanntschaft erzählen zu lassen. Ihr weiser Rat: nicht heiraten, so spart man sich die Scheidung.

Rückblick von Professor Hubel
Immer noch auf dem Weg in den Hain beobachtete ich zwei Archäologiestudentinnen beim Slacklinen. Nicht, daß man ihnen die Archäologie von weitem angesehen hätte, auch das »Stoned from the Underground«-Festival-T-Shirt und die Pluderhose der Einen gaben keine Hinweise. Letztlich versuchte ich den einen oder anderen Schritt auf der Slackline und wir unterhielten uns ein wenig über Professor Hubels Rant gegen die Zerstörung des alten Quartiers an der Stadtmauer (ein einmaliges historisches Zeugnis für das Leben der jüdischen Bürger seit dem 15. Jahrhundert und Teil des Welterbe Bamberg), durch ein riesiges neues Einkaufszentrum, den er ebenso amüsant wie scharf im Rahmen seiner Abschiedsvorlesung formulierte.

Kubb-Spielmaterial
(Bild: die silberlocke aus de.wikipedia.org)
Im Hain angekommen versuchten weitläufig verteilt aufgestellte Holzklötze meine Aufmerksamkeit zu erlangen, was ihnen aufwandsarm gelang. Die beigeordneten Menschen luden mich daraufhin zu einer Partie Kubb ein, die ich mit Freude und zum Ärger meines Teamkollegen leider verloren geben mußte, unsere Gegenspielerinnen, diesmal nicht Archäologie- sondern Soziologiestudentinnen, waren schlicht besser oder glückreicher.

Mandoline, alt
Nachdem ich mich von den Dreien verabschiedet hatte, setzte ich mich nochmal an die Regnitz, ich wollte endlich ein wenig Musik machen, nur um feststellen zu müssen, daß meine allererste Mandoline langsam aber sicher endgültig zusammenbricht. Ich bin mir nicht so sicher, ob ich die nochmal repariert bekomme. Mama hatte damals die Bänder noch handbestickt, den Kopf hatte ich vor Jahren mal erneuert, aber nun beginnt die Decke an mehreren Stellen zu reißen, ich fürchte, das war es wohl.

Also keine Musik, daher direkt auf Richtung Innenstadt. Im Café Esspress gab es nicht nur Cappuccino und Abendsnack sondern auch Gelegenheit für ein paar Skizzen und neue Comicideen. Kurz nach acht bin ich dann wieder weiter, um unerwarteter Weise meine neue Kubbspiel-Bekanntschaft auf der unteren Brücke wiederzutreffen, so etwas rundet den Abend ab. Der Aussage, daß Bamberg so klein ist, daß man doch eh jeden nach kurzer Zeit kennt, kann ich so nicht zustimmen :-)

Und nachdem Herr Eppert gerade auf ZDF neo die Liebe sucht, gibt es heute Nacht noch das Willi-Astor-Gitarrenkonzert aus dem Prinzregententheater.


Henry meint, Tigerenten sind gut, Elche sind besser.

Freitag, 2. September 2011

Wer braucht denn heute noch Kritiker?

Kathrin Passig »erklärt und preist« in »Keinem deiner Freunde gefällt das« im Schweizer Passagen Magazin (pdf) »mal wieder Empfehlungssoftware« (Zitate aus ihrem Google+ Post, durch den ich auf selbigen Text aufmerksam gemacht wurde, und in dem auch einige Kommentare und Anmerkungen zum Thema zu finden sind).

»Wer braucht denn heute noch Kritiker? Die Buch- und Filmtipps der Empfehlungssysteme im Internet beraten den Kulturkonsumenten viel treffsicherer als das ein Filmkritiker, eine Buchhändlerin oder die Freunde auf Facebook jemals könnten. Und sie räumen auf mit der Illusion, dass wir Teil einer kulturellen Gemeinschaft sind, die den gleichen Geschmack teilt.«

Soweit der Teaser zu Kathrin Passigs Text (korrigiert: ursprünglich hatte ich geschrieben, der Teaser sei von ihr. Ich hätte mir allerdings denken können, daß sich an dieser Stelle ein Redakteur auslebt).

Ich teile die meisten ihrer in ihrem Artikel gebrachten Einschätzungen, ihre Skepsis bezüglich des »Unsere Freunde finden dasselbe gut wie wir.«-Glaubens, und ihre Bewertung von Empfehlungssystemen glaube ich ihr einfach, auch wenn sie bei mir bislang eher ins Leere laufen, aber vielleicht bin ich da auch einfach zu wenig Konsument. Ich habe erstmal nichts gegen Empfehlungssysteme.

Alles kein Thema. Mein Thema steckt in der Einstiegsfrage: »Wer braucht denn heute noch Kritiker?«, und etwas verklausulierter wird mitgefragt »wer braucht denn heute noch Rezensionen?«, »wer braucht denn heute noch persönliche Empfehlungen?«.

Hier, ich. Ich will sie und ich brauche sie. Denn sie leisten etwas anderes, sie bieten einen Mehrwert.

Ich habe ungelesene Bücher verschiedenster Richtungen im Regal stehen, ungesehene DVDs, ungehörte Musik, ungespielte Spiele.Ich seh sowieso zu viel fern, und zu den Liveauftritten von Künstlern aller Art, zu denen ich dann doch nicht gehe, hängen hinreichend Plakate. Das ist alles da, mehr als genug davon, auch in meiner Geschmacksrichtung. Ich komme gar nicht dazu das alles wegzukonsumieren. Keinerlei Notwendigkeit für ein Empfehlungssystem.

Eine gute Kritik bietet mir keine Empfehlung, sondern im besten Falle Erklärung, Analyse, Hintergrund. Ich erfahre etwas Neues. Und zwar auch dann, vielleicht sogar gerade dann, wenn ich das Kritisierte schon kenne, gesehen, gelesen, gehört habe. Dabei ist gar nicht wichtig, ob der Kritiker meiner Meinung ist, ob er meinen »Geschmack« teilt, und auch nicht, ob die mitgelieferte  »Begründung des Geschmacksurteils [...] von einer nachträglichen Rationalisierung der Privatentfindung nicht zu unterscheiden« ist.

Eine gute Kritik macht mich auf Aspekte aufmerksam, die ich bislang übersehen habe, liefert Hintergrundwissen, das neu für mich ist, faßt in Worte, was ich an eigenem Empfinden bislang nicht gut zu greifen wußte, oder reizt auch zum Widerspruch, bietet mir Reibungsfläche, um meine eigene Position klarzukriegen, ob rational oder emotional. All dies verbessert mein Verständnis, meine Wahrnehmung des besprochenen Werks. Manches erschließt sich mir erst hierdurch richtig. Im besten Fall ist der Kritiker Fachmann, er weiß mehr über das besprochene Subjekt als ich, kann einordnen, gewichten, erklären. Erst die gute, in die Tiefe gehende Besprechung macht mir das eine oder andere (Kunst-)Werk zugänglich — oder entlarvt es. All das hat mit dem Urteil des Kritikers zu tun, nicht aber zwingend mit seiner Meinung, die ich ja nicht unbesehen übernehme.

Büchernörgele
Und schließlich ist eine gute Kritik selbst ein gelungenes Werk, das ich gerne und mit Lust rezipiere. Wenn Denis Scheck in druckfrisch seine Top Ten zelebriert und ein Buch nach dem anderen mit vernichtenden Bemerkungen und elegant servierten Polemiken über die Rampe in den Müll wandern läßt, dann macht das einfach Spaß, auch wenn ein Großteil der Bücher mich überhaupt nicht interessiert, ich seine Einschätzungen zwar schätze, aber nicht unbedingt teile. Das ist einfach Unterhaltung. Das war schon beim Literarischen Quartett nicht anders. Nichtdestotrotz habe ich bei beiden Formaten gelegentlich etwas gelernt und mitgenommen.

Diesen Unterhaltungswert haben die meisten Rezensionen nicht. Die DVD-Rezensionen auf Amazon sind nicht unbedingt gut geschrieben, aber sie leisten trotzdem etwas eigenständiges, sie erzählen mir, was für eine Art Film ich hier vor mir habe. Nur eine Rezension lesen reicht nicht. Die Kombination macht es. Der Vergleich der positiven mit der negativen. Viel stärker als auf den Inhalt geh ich hier auf den Stil der Rezension, denn selbiger sagt mir, wie relevant diese für mich ist. Klingt hinter der Rezension der Actionfan durch, so werde ich seine Bewertung entsprechend gewichten, und mit etwas Übung läßt sich unterscheiden, ob der Film langweilig ist oder der Rezensent einfach kein Gespür für Ironie hat. Eine negative Rezension eines offensichtlichen Ignoranten kann eine Empfehlung sein. Ich hatte auch an sehr schlecht bewerteten Filmen viel Spaß.

(Im Fall von Amazon ist Rezensionen lesen zudem häufig die einzige Möglichkeit herauszufinden, was für Zusatzmaterial, Audiokommentare etc. die DVD bietet, die von Amazon gelieferten Daten sind hier erstaunlich schlecht. Aber das nur nebenbei, trägt nichts zum Thema bei.)

Ein paar solche Rezensionen quergelesen sagen mir mehr über die Stimmung eines Films als ein Werbe-Klappentext dies vermag, und selbst diese Klappentext erlauben mir am 4€-DVD-Grabbeltisch inzwischen mit einer gewissen Trefferquote die exotische Perle vom reinen Trash zu unterscheiden. Eine softwaregenerierte Empfehlung sagt mir, daß mich ein Film interessieren könnte, aber nicht wieso. Ich bin nicht immer in der gleichen Stimmung, und eine Einschätzung, was für eine Art Werk ich da vor mir habe, hilft sehr. Ein kurzer Text, der mir sagt, warum dieses Werk in die Auswahl kommt, unterstützt zumindest mich.

Nun zum mir wichtigsten Punkt, der persönlichen Empfehlung. Ich erlebe persönliche Empfehlungen in zwei sehr unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Zum einen schlicht als Crowdsourcing-Vorschlags- und Filtersystem: Ich häng im IRC rum und jemand pastet einen Twitter- oder Youtube-Link in den Channel, auf Google+ kombiniert ein Post eine kurze mein Interesse weckende Bemerkung mit einem Link auf eine Webseite. All das sind Empfehlungen, von Menschen vorgefilterte Angebote. Ich habe dementsprechend Menschen in meinen Circles, von denen ich mir spannende Posts und Links erwarte, die mir also andauernd Sachen vorschlagen. Über manchen weiß nichts außer diese Posts, eine persönliche Beziehung ist keineswegs Voraussetzung, allenfalls Folge.

Zum anderen Empfehlungen von Freunden, von Personen, zu denen ich eine Beziehung aufgebaut habe. Empfiehlt ein Freund mir ein Buch, eine DVD, einen Musiker, Kabarettisten etc., so erzählt er mir etwas über sich. Ihn hat das beeindruckt, berührt, interessiert, unterhalten. Wenn ich dieses Angebot annehme, stellt dies eine weitere Beziehung zu ihm her, schafft es gemeinsamen kulturellen Hintergrund, ein gemeinsames Referenzsystem, gemeinsames »Erleben«. Wir können uns über gemeinsame Bücher, Filme, Lieder unterhalten, daraus zitieren. Meine Beziehung zum Empfehlenden macht das Werk lesenswert. Ich mag des Buch nach 50 Seiten abbrechen oder den Film schrecklich finden, aber ich bin zunächst interessiert zu verstehen, was ihn daran fasziniert hat, gestehe dem Werk einen kleinen Tick mehr zu.

Zu Kollegstufenzeiten hat ein Freund mir das Böll Lesebuch geschenkt. Unerwartet. Ich hätte mir das nie selbst gekauft, auch nicht aus der Bücherei ausgeliehen. Aber das Buch war da, war ein Geschenk, also habe ich angefangen zu lesen. Und es hat mir gefallen. Ein paar Jahre später hat mir eine alte Freundin (sie war damals wohl um die Sechzig) zum Geburtstag den »Punk und Bärte«-Raben geschenkt. Neu, anders. Auch etwas, worüber ich wohl sonst nicht so einfach gestolpert wäre. Die besten Geschenke diesbezüglich kamen nicht unbedingt von Leuten, die mich besonders gut kannten, sondern von denen, die einfach etwas verschenkten, das sie interessiert, etwas, was mir ein neues Segment der Welt zeigt. Ich muß diese neue Sicht nicht mögen, aber ich weiß nun, daß sie existiert. und ich freue mich, wenn mir dies ebenfalls gelingt, wenn mein Geschenk dem Beschenkten etwas neues zeigt, etwas, was dieser sich nicht selbst beschafft hätte.

Allein das jemand, den ich schätze, ein bestimmtes Werk vorschlägt, ist für mich ein Hinweis, daß es sich lohnen könnte, hier Zeit zu investieren. Im besten Fall liefert er mir noch etwas persönlichen Hintergrund dazu. Das muß nicht der beste Freund sein, eine ganze Reihe Empfehlungen habe ich mir beispielsweise aus Audiokommentaren geholt. Dieser und jener Film waren großes Vorbild für den künstlerischen Stil oder die Erzählweise, ein anderer war der Erste, in dem ein bestimmte Effekt eingesetzt wurde. Das alles sind Empfehlungen, die den empfohlenen Film gleichzeitig aufwerten und mein Augenmerk auf Aspekte richten, die ich andernfalls wohl übersehen hätte. Oder, um auf intellektuell zu machen und Benjamin zu bemühen: sie tragen zur Aura des Kunstwerks bei.

Das Werk steht ja nicht im luftleeren Raum für sich allein, es wirkt auch durch seine Beziehungen zu meiner Erfahrungswelt, und zu diesen gehört eben auch und gerade, von wem es empfohlen wurde und was es für denjenigen bedeutet. Ist wichtig, weil es jemand bestimmtem wichtig ist.

Und schließlich sind da Menschen, die mich gut genug kennen, um mir in konkreten Situationen konkrete Texte, Filme oder Musik vorzusetzen, weil sie wissen, daß das gerade richtig ist.



Henry meint, er schlägt vor, diesen viel zu langen Text jetzt zu beenden.

[Stören diese schrecklichen JPEG-Artefakte im verlinkten PDF eigentlich nur mich?]

Montag, 29. August 2011

Henrys Großonkel

Großonkel August Emil Moose
In Henrys Photoalbum gestöbert. Fündig geworden.

Sonntag, 28. August 2011

Freitag, 26. August 2011

Tschüß, Bayernland


Meinen ersten Kontakt mit der Biermösl Blosn hatte ich in der Schule. Unser Erdkundelehrer hat ihre Lieder benutzt, um uns den (so würde man wohl hochgestochen sagen) sozialgeographischen Wandel nahe zu bringen.

Ich hatte die ersten Platten damals noch in schlechter Kopie auf Casette, inzwischen hab ich CDs und Liederbücher.

Schade, daß sie aufhören, schön, daß sie einzeln weitermachen. Ich bin gespannt, was noch kommt.

Mittwoch, 24. August 2011

Stichtag . . .


Satire ist eine Waffe, die sich gegen die Macht richtet. In einer funktionierenden Demokratie aber liegt die beim Volke. Wenn wir annehmen, daß wir in einer Demokratie leben »ist die Zielrichtung der Satire der Wähler und nicht diese paar Nasen da oben.« (Vicco von Bülow)

Montag, 22. August 2011

Digitale Homöopathie

Im Rahmen einer Diskussion auf Google+ fühlte ich mich genötigt, spontan die folgende digitale Fortführung eines überkommenen Princip (sic!) des alten Dr. Hahnemann zu entwickeln:

REKLAME

Ich biete homöopathische Antivirensoftware:

Man nehme ein Computervirenbinary, mische ihn mit der hundertfachen Menge Bytes aus /dev/random (oder /dev/zero, je nach Schule), mische gut durch, entnehme randomisiert 64 Bit, mische sie mit 800 Bytes aus /dev/random und wiederhole das ganze 256 Mal. Das Ergebnis (C256) schiebe man nach /dev/null.

Fertig.

Nur bei mir mit Zertifikat.

Das beschriebene Grundrezept kann so funktionieren, allerdings sind einige Verfeinerungen möglich.

Hahnemanns Grundidee bestand ja darin, zur Behandlung einer bestimmten Krankheit Substanzen zu finden, die bei einem Gesunden diejenigen Symptome hervorrufen, die der Kranke zeigt. Verdünnt man diese Substanz nun sehr stark und verabreicht sie dem Kranken, so gesundet dieser (similia similibus). Logisch, die Krankheit erschrickt sich und haut ab.

Was bedeutet dies nun für die digitale Homöopathie?
Nun, wenn ein Computer von einem Virus befallen ist, zeigt er bestimmte Symptome, beispielsweise werden plötzlich Dateien auf der Festplatte gelöscht. Also suchen wir nun ein Programm, das ähnliche Symptome hervorruft, auf unixoiden Systemen z.B. »rm -rf /«.
Nun müssen wir verdünnen. Bei Hahnemann ist das ein mechanischer Vorgang, d.h. die molekularen Grundbestandteile der Substanz werden mit einem Verdünnungsmittel vermengt, wobei bestimmte magische Rituale einzuhalten sind, die sich gegebenenfalls je nach homöopathischer Schule unterscheiden.

Die Grundbestandteile eines Computerprogramms sind Bits. Also entnehmen wir einen Tropfen (d.h. 64 Bit) aus unserem rm-Binary und vermengen sie mit der neunundneunzigfachen Menge (6336 Bit = 792 Byte) eines Lösungsmittels, das aus einer neutralen Quelle (z.B. /dev/zero oder /dev/random) gewonnen wird. Hierzu reicht es nicht aus, die 64 Bit zu verdünnen, vielmehr muß eine Potenzierung der Wirkung stattfinden, indem die vorliegenden 6400 Bit mittels eines speziellen mir bekannten Shuffle-Algorithmus verschüttelt werden. Ergebnis dieses Vorgangs ist die Lösung C1. Allerdings ist diese bei weitem noch nicht hinreichend verdünnt und daher noch viel zu schwach.
Wir entnehmen nun also aus C1 wiederum einen Tropfen (64 Bit), potenzieren abermals mit 6336 Bit Lösungsmittel und erhalten C2.

Rekursive Anwendung führt schließlich zu den wirksamen Potenzen C128, C256 und C512. Die Nutzung von C1024 sollte Großrechenanlagen vorbehalten bleiben.

  • Nutzt man wie in obiger Reklame einen Virus als Basis (Desensibilisierung), so wird 1:100 gemischt, bei similia similibus hingegen 1:99.
  • Die Algorithmen zur Selektion der 64 Bit (des Tropfens) sowie zur Potenzierung sind rechnerspezifisch zu wählen.
  • Die Wahl des Lösungsmittels hingegen erfolgt abhängig von Mondphase und Virenart unter Hinzuziehung des diskordianischen Kalenders.
  • Die erforderliche Potenz ist abhängig von Bildschirmdiagonale, Core-Anzahl, Taktfrequenz und Netzwerkanschluß, nicht jedoch von Speichergröße und Auflösung.
  • Soll ich das wirklich programmieren? Eine Webseite aufsetzen? ...?

Zur klassischen Homöopathie siehe
Allerdings sollte man auch nicht vergessen, zu welcher Zeit Hahnemann sein Princip entwickelt hat, und was der damalige Stand der medizinischen Wissenschaften war.
Ein großer Verdienst von Hahnemann war neben dem aus heutiger Sicht unzureichenden Versuch, der Empirie einen größeren Stellenweit einzuräumen vor allem sein Widerstand gegen den Einsatz von Aderlaß, Abführmitteln und Trinkverbot. Dies sowie seine Empfehlung einer antiseptischen Therapie erhöhte während der damaligen Choleraepidemie die Überlebenschancen der Kranken nicht unwesentlich.

Sonntag, 21. August 2011

Frühwerke II

Tusche auf Papier, 3 Jahre
Ich bin immer noch bei meinen Eltern, habe also auch heute kein Graphiktablett zur Verfügung. Daher also weitere Frühwerke.




Clown, ca. 5 Jahre


Baum in Schneelandschaft, ca. 3. Klasse